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Intimgesundheit, Aufklärung und echte Nähe: ein Gespräch über LAB46 in deiner Apotheke vor Ort.
1 Feb 2026

Intimgesundheit, Aufklärung und echte Nähe: ein Gespräch über LAB46 in deiner Apotheke vor Ort.

Community, LAB46 Updates 1 Feb 2026

Manuel Wendl, mag. pharm.

LAB46 steht für Wissenschaft, Offenheit und Selbstbestimmung – Themen, die auch in immer mehr Apotheken vor Ort ihren Platz finden.

Die Johann-Strauß-Apotheke in Wien ist seit 2024 eine LAB46-Partner-Apotheke und gilt als Vorreiter, wenn es um queere Sichtbarkeit und sensible Beratung im Gesundheitsbereich geht.

Wir haben mit Mag. pharm. Manuel Wendl über Intimgesundheit, Aufklärung und das Spannungsfeld zwischen Tabu und Offenheit gesprochen.


LAB46: Lieber Manuel, als queerfreundliche Apotheke im Herzen von Wien zeigt ihr mit Fachwissen, Empathie und Haltung, wie moderne Gesundheitsversorgung für queere Menschen aussehen kann.

Ihr steht für einen offenen, respektvollen und zeitgemäßen Umgang mit Körper, Identität und Gesundheit. Was bedeutet das im Alltag wirklich – und wie unterscheidet sich eine queerfreundliche Apotheke von einer klassischen, traditionellen Apotheke?

Manuel Wendl: Ich würde uns nicht als rein queerfreundliche Apotheke bezeichnen, sondern als inklusive Apotheke. Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig und ich sehe die queere Community als Teil davon. Dieser inklusive und vor allem wertfreie Umgang miteinander macht für uns den Unterschied aus. Egal wer vor uns steht, egal mit welchem Anliegen – wir sind gerne da, auch wenn ab und zu „nur“ ein Lächeln als Dank dabei rausspringt.

LAB46: Körper, Lust und Nähe sind zentrale Themen in der queeren Community – doch wenn es um Intimgesundheit geht, wird es oft still. Warum fällt es uns so schwer, über Schutz, Prävention und Pflege genauso offen zu sprechen wie über Sexualität selbst?

Manuel Wendl: Über Sexualität wird immer offener kommuniziert, aber über Unsicherheiten, Defizite oder einfach auch fehlende Aufklärung zu bestimmten Themen wird nicht gesprochen. Es ist uns unangenehm, weil wir Angst vor Verurteilung haben. Wir wollen offen über die weniger glanzvollen Lifestyle-Themen reden. Und gerade als schwuler Apotheker kennt man die Herausforderungen bezüglich Spontanität, Leistungsdruck, Infektionen und den Wunsch, sich schön und leicht zu fühlen. Dazu kommt, dass es in einer Welt voller Informationsüberfluss immer schwerer wird, qualitative und auch individuelle Informationen zu finden. Da spreche ich gerade von der jüngeren Generation und ihrem Gesundheitsempfinden.

LAB46: Die Johann-Strauß-Apotheke war die erste Apotheke, die LAB46-Produkte ins Sortiment aufgenommen hat. Was hat euch damals überzeugt, diesen Schritt als „First Mover“ zu gehen – und wie haben eure Kund:innen darauf reagiert?

Manuel Wendl: Das Thema „sexuelle Gesundheit“ ist mit Abstand unser größter Beratungsschwerpunkt und wird immer wichtiger. Eure Produkte haben für uns eine fundamentale Lücke geschlossen zwischen Beratung und Anwendung. Ich kann natürlich viel empfehlen, aber kenne es aus eigener Erfahrung: Was dauerhaft funktionieren soll, muss einfach und praktisch sein. Und auch hier gilt natürlich wieder: Je näher man an der Community dran ist, desto besser kann man auf ihre Bedürfnisse eingehen.

LAB46: Viele Menschen suchen in der Apotheke nicht nur Produkte, sondern Vertrauen und Verständnis für Fragen zur individuellen Lebensgestaltung. Wie schafft ihr es, diese Nähe aufzubauen, besonders bei Themen, über die sonst eher nicht so offen gesprochen wird?

Manuel Wendl: Mit diesen Themen geht jede:r unterschiedlich um, daher haben wir unterschiedliche Settings und Räume geschaffen, in denen jede:r selbst entscheiden darf, wie er/sie mit uns in Interaktion treten möchte. Egal ob an der Theke (Verkaufspult), in unserer intimen Beratungsecke (sichtgeschützt und abseits vom Kundenstrom), über WhatsApp oder Social Media. Man erreicht uns immer. Jeder Mensch möchte letztendlich gesehen und verstanden werden. Wir werten weder die Person noch das Problem. Wenn es wichtig für das Gegenüber ist, ist es auch wichtig für uns.

LAB46: Viele queere Menschen wissen erstaunlich wenig über Themen wie STI-Prävention, hormonelle Gesundheit oder Wechselwirkungen von Medikamenten. Wo wünschst du dir mehr Bewusstsein und Bildung – und welche Folgen kann es haben, wenn diese Themen weiter im Verborgenen bleiben?

Manuel Wendl: Ich würde mir wünschen, dass man bereits in Schulen, aber auch in Praxen und auf verschiedenen Plattformen aktiv und qualitativ mehr über sexuelle Gesundheit und -vorsorge spricht. Junge Menschen haben häufig kein Krankheitsbewusstsein. Ich bin jung, mir kann nichts passieren, hören wir häufig. Doch dem ist nicht so. Es kann jeden treffen. Und gerade bei den ersten sexuellen Kontakten muss klar sein, ich trage nicht nur Verantwortung für meine eigene Gesundheit, sondern auch die der anderen. 

LAB46: Zum Abschluss: Wenn du in die Zukunft blickst – wie sieht für dich eine Apotheke aus, die Intimgesundheit selbstverständlich in ihre Beratung integriert und queere Gesundheit ganzheitlich mitdenkt?

Manuel Wendl: Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr Dienstleistungen anbieten dürfen. Wir haben so viele Möglichkeiten, Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen und in allen Lebensphasen zu unterstützen. Es geht mir um Ressourcenoptimierung, Zeitersparnis und Kosten für das Gesundheitswesen, die wir gut einsparen könnten. Gleichzeitig bieten wir jetzt schon einen niederschwelligen Zugang zu den verfügbaren Ressourcen an. Egal ob Selbsttests, Nahrungsergänzungsmittel, Beratung, usw., man findet es bei uns. Mein Wunsch wäre hier mehr Bewusstsein bei der Bevölkerung, dass moderne Apotheken nicht nur ein Ort der Krankheit sind, sondern vielmehr multifunktionale Gesundheitszentren, die in großzügigen Öffnungszeiten für die Menschen da sind – jederzeit und ohne Voranmeldung.

LAB46: Vielen Dank, lieber Manuel, für das Gespräch – und dafür, dass ihr zeigt, wie Aufklärung, Empathie und Fachwissen zusammengehören. Euer Engagement macht deutlich, dass Intimgesundheit für queere Menschen kein Nischenthema ist, sondern Teil einer selbstbewussten, modernen und inklusiven Gesundheitskultur.

 

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